Über Driverless Cars und Humanless Rolladensteuerungen

Vor einigen Tagen war ich auf einer Konferenz, auf der ein Vertreter von Google die Keynote hielt. Gegen Ende seines Vortrages stellte er das Google Driverless Car vor. Angefangen mit einem Video von Sebastian Thrun auf einer TED Konferenz. Ein super Beispiel für eine gute Geschichte, aber ein bisschen fett für meinen Geschmack. Danach das Video über den blinden Mann, der dank des Google Autos nun fahren kann. Cool, witzig und ein bisschen Gänsehaut.

Scheinbar gibt es einige Leute, die das Projekt von Google nicht so toll finden. Denn der Vertreter von Google bringt sich ohne Anlass in eine Verteidigungshaltung: Autopiloten in Flugzeugen sind doch was ganz normales, aber im Auto würden sich viele Menschen daran stören.

Den Vergleich finde ich unpassend. Der Autopilot ist für mich eine Assistenzfunktion, die der Pilot für bestimmte Flugphasen einsetzen kann. Genau so was nutzen wir in Form von Tempomat und Einparkhilfen bereits jetzt auch in unseren Autos. Beim Driverless (!) Car geht es darum, den Menschen zu ersetzen. Wenn wir die Idee von Driverless Cars auf Flugzeuge übertragen: die meisten Menschen hätten Probleme damit, sich in ein Flugzeug zu setzen, dass ausschließlich von einem Computer gesteuert wird.

Beeindruckend waren die Videos von dem Driverless Car aber trotzdem. Toll finde ich auch, jetzt einen Hinweis dafür zu haben, dass Autofahren einfacher ist als eine Sprache zu lernen: denn Google Translate lässt sich ja noch nicht einmal als Assistent einsetzen. Das Ding ist einfach nur unbrauchbar.

Während der ganzen Konferenz kämpften übrigens die Veranstalter mit den automatischen Rolladen vor den riesigen Hörsaal-Fenstern. Die gingen immer auf und zu, angeblich weil es draußen zu windig war. Es war wohl nicht möglich, diese Assistenzfunktion durch den Menschen zu deaktivieren und die Rollos unten zu lassen. Jedenfalls ist mir dann klar geworden, dass Autofahren sogar einfacher sein muss als Rolladen hoch und runter zu lassen.

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